Die Saxo Bank ist nach einem der wichtigsten Geschichtsschreiber des Mittelalters benannt: Saxo Grammaticus. Den ehrenvollen Beinamen „Grammaticus“ erhielt er aufgrund seines geschliffenen Lateins, in dem er seine Werke verfasste. Mitte des 12. Jahrhunderts als Spross einer Kriegerfamilie in Sjælland geboren, lebte er – seinem enormen Wissen nach zu urteilen – vermutlich als Geistlicher bis ins 13. Jahrhundert und schuf als erster dänischer Historiker eine umfassende Aufzeichnung der frühen dänische Geschichte.
Sein wichtigstes Werk ist die Gesta Danorum, zu deutsch „Die Taten der Dänen“ – eine erschöpfende Darstellung der dänischen Antike, die beileibe nicht nur viele dänische Dichter des 19. Jahrhunderts inspirierte, sondern auch als Vorlage zu William Shakespeares Hamlet gilt.
Der Erzbischof Absalon von Lund gab Saxo den Auftrag zu diesem Mammutwerk, starb aber 1201 vor der Fertigstellung, so dass Saxo die Gesta Danorum für dessen Nachfolger, den Erzbischof Anders, weiterschrieb. Ursprünglich sollte das Werk eigentlich nur das zeitgenössische Dänemark abbilden, entwickelte sich aber nach und nach zu einer umfassenden Geschichte Dänemarks – angefangen bei mythologischen Ursprüngen des Landes bis hin zum Jahr 1187.
Der elegante und gleichzeitig präzise Schreibstil von Saxo, den er lateinischen Autoren früherer Epochen entlieh, wurde später von Erasmus von Rotterdam hoch gelobt. Die Gesta Danorum besteht aus insgesamt 16 Büchern, von denen sich die ersten neun hauptsächlich auf Sagen beziehen, während die letzten sieben Bücher stärker auf historische Fakten aufbauen. Zu Saxos Lebzeiten erfreute sich sein Werk nur begrenzter Popularität, da nur wenige Menschen in der Lage waren, sein geschliffenes Latein zu lesen.
Über den Zeitpunkt von Saxos Tod herrscht Unsicherheit. Ganz sicher ist jedoch, dass sein Vermächtnis eine exponierte Stellung in Dänemarks Kulturgeschichte innehat.